16. - 19. OKTOBER 2014

PRAIRIES
URBAINES

ORBITAL GARDEN BERN

Festival

Sechs Konzerte und sechs CD-Releases

Marcel Zaes, Komponist-Performer, versammelt unter dem Festival-Titel PRAIRIES URBAINES sechs CD-Taufen von sechs verschiedenen Formationen, für die er die Musik schrieb und/oder als Co-Komponist involviert ist. Der Festivaltitel, der einem der aufgeführten Werke entstammt, beschreibt sinnbildlich Zaes’ Musik, die oft scheinbar strukturlosen Prärielandschaften ähnelt, gleichzeitig aber aus komplexen Anordnungen von übereinandergelagerten Rastern besteht. Marcel Zaes entwickelte in den letzten Jahren einen eigenen Klang, der einerseits aus viel Elektronik besteht, andererseits stets traditionelle Musikinstrumente einbindet, deren Klang aber von ungewohnter Perspektive zeigt. PRAIRIES URBAINES versammelt verschiedene Facetten von Zaes’ Schaffen: Die Instrumentalkomposition „WÜSTEN“ für Quintett, das ebenfalls kammermusikalische Werk “CUT LOW FROM ABOVE” – vom Winterthurer Ensemble Theater am Gleis gespielt –, das italienisch-schweizerische Duo „SJÖ“, das dem abstrakten Electronica-Bereich entstammt und Club-beeinflusst ist, das Duo „Lel Samar Project“, das elektronische Beats mit arabisch-armenischer Tradition verbindet, die titelgebende Komposition „PRAIRIE URBAINE“ für Kontrabass und Elektronik, die Kontrabass-Pizzicati zu einer elektronischen Klangwolke werden lässt, und schliesslich die repetitive Groovemusik „YELLOW NEON LETTERS“ mit Akkordeon und Baritonvioline, das Folgeprojekt von “THE LAST PLACE (LEFT)”.
Zum Festival erscheinen alle sechs aufgeführten Werke als CD, fein gestaltet von Anna Schölß, Tarek Kandil und Andrej Marffy. Diese CDs sind ab 16. Oktober hier erhältlich.

Rauminstallation

Die Künstlerinnen Anna Schölß und Lia Sáile gestalten die visuelle Ebene von PRAIRIES URBAINES. Anna Schölß schafft mit ihren Raumskulpturen einen erlebbaren Raum, den Lia Sáile mit ihren Videos zu einer ungewöhnlichen Hörumgebung macht.

Kontakt & Credits

Kontakt für Presse & Fragen:
Hintergrundbild Home-Seite: Anna Schölß, "intuitive map", Acryl auf Karton, 2014
Hintergrundbilder andere Seiten: Anna Schölß (ausser Hintergrund "Lel Samar Project" von Tarek Kandil)

Programm

Do 16. Oktober 2014
21:00 Wüsten

[ instrumentale Klanglandschaft ]
Francesca Benetti - theorbo
Georg Glasl - discant zither
Katryn Hasler - baritone violin
Barblina Meierhans - viola
Sabrina Merz - violone
Marcel Zaes - electronics

Fr 17. Oktober 2014
21:00 Lel Samar Project
Grain De Ciel

[ arabisch-electro ]
Dida - voice, percussion
Marcel Zaes - electr., tetrachord

22:00 Prairie Urbaine

[ Klanglandschaft ]
Sabrina Merz - double bass
Marcel Zaes - sine waves, noise

Sa 18. Oktober 2014
22:00 Sjö

[ Groove-orientiert ]
Andrea Manzoni - piano
Marcel Zaes - electronics

So 19. Oktober 2014
18:00 Cut Low From Above

[ Klanglandschaft mit Beats ]
Anna-Katharina Graf - flutes
Simone Keller - piano
Ernesto Molinari - bass clarinet
Marcel Zaes - electronics

21:00 Yellow Neon Letters

[ minimal-repetitive Electro ]
Katryn Hasler - baritone violin
Florine Juvet - accordion
Marcel Zaes - electronics

Konzertort: ORBITAL GARDEN, Kramgasse 10, CH-3011 Bern / Eintritt Frei – unterstützt durch Cloud Financing. / Unterstütze hier den Orbital Garden.

Wüsten

Francesca Benetti - theorbo
Georg Glasl - discant zither
Katryn Hasler - baritone violin
Barblina Meierhans - viola
Sabrina Merz - violone
Marcel Zaes - composition, electronics
Anna Schölß - artwork
Andrej Marffy - cover design
Björn Meyer, Greencube - album mixdown
Benoît Piccand - album mastering

Abstrakte akustische Landschaft für Quintett und Elektronik

2012 initiierten Anna Schölß, Nela Adam und Marcel Zaes das achtteilige Werk WÜSTEN I-VIII mit Musik, Tanz und Bildender Kunst. Die drei Kunstschaffenden begaben sich in die ägyptische Sahara, um dort dieses Werk zu entwickeln. Die ersten zwei Stationen wurden denn auch in Ägypten öffentlich aufgeführt, die weiteren in verschiedenen europäischen Konzert-, Theater- und Kunsträumen: Am Schwere Reiter München, an den Kunstarkaden München, in der Schwankhalle Bremen, in Hochstätt sowie im Tojo Theater Bern. Bis zur letzten Station WÜSTEN VIII im Tojo Theater Bern veränderte und vergrösserte sich das involvierte Musikensemble immer weiter. Marcel Zaes schrieb die 3,5-stündige gleichnamige Komposition WÜSTEN für Quintett. Die veröffentlichte CD enthält eine einstündige Fassung der “WÜSTEN”-Musik, eingespielt durch das hochkarätig besetzte Projektensemble.

Die Grundlage der Komposition bilden starre Pulse, die sich zueinander verschieben und dadurch ein akustisches Flimmern erzeugen, welches an das Flimmern der heissen Luft in der ägyptischen Sahara erinnern könnte. Aus langsamen, zähen Tönen werden immer wieder feine Rhythmen vernehmbar, sowie kurze Subbässe, die fast eher die Möglichkeit einer Form andeuten, als sie zu kreieren.

Die Entstehung der Musik wurde ermöglicht durch ein Residenz-Stipendium der Pro Helvetia Cairo sowie durch eine Förderung des Kulturreferats München und des Theaters Schwere Reiter München.

Lel Samar Project
Grain De Ciel

Dida - composition, voice, riq
Marcel Zaes - composition, electronics, tetrachord
Tarek Kandil - artwork
Andrej Marffy - cover design
Antoine Estoppey - album mixdown
Benoît Piccand - ablum mastering

Poetische Fantasiewelt

Das Duo ‚LEL SAMAR PROJECT’ zwischen der Libanoschweizerin Dida und dem Berner Marcel Zaes existiert seit 2010. Angetrieben durch ihre sehr verschiedenen musikalischen Hintergründe, entwickelten die beiden bereits vier Konzertprogramme und tourten in Italien, Frankreich, in der Schweiz, im Libanon und in Ägypten. 2012 lud die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia das Duo zu einer halbjährigen Residenz nach Kairo, um dort ihren arabisch angehauchten musikalischen Ansatz zu erproben.

GRAIN DE CIEL ist das, was in Kairo entstanden ist. Eigenwillig und poetisch vermischen sich traditionelle arabische Gedichte, armenische Sätze und Rhythmen mit Didas Melodien und Texten, oft in Fantasiesprache oder Didas Muttersprache Französisch gesungen, und mit Marcels abstrakten Klangwolken und Beats, erweitert durch das eigens entwickelte Tetrachord-Saiteninstrument. GRAIN DE CIEL versammelt und verbindet fünf Eigenkompositionen zu einem knapp stündigen Werk.

Die Entstehung der Musik und der CD wurde ermöglicht durch Pro Helvetia, Istituto Svizzero di Roma, Kultur Stadt Bern, Kanton Bern/SWISSLOS, Burgergemeinde Bern, Schweizerische Interpretenstiftung SIS

Prairie Urbaine

Sabrina Merz - double bass
Marcel Zaes - composition, sine waves, town noise
Anna Schölß - artwork
Andrej Marffy - cover design
Björn Meyer, Greencube - album mixdown
Benoît Piccand - album mastering

Minimalistische Klanglandschaft

In PRAIRIE URBAINE wird der Kontrabass auf seine natürlichen Obertöne reduziert verwendet. Die vier Naturtonreihen, eine pro Saite, gezupft erklingend, stellen das einzige gespielte Klangmaterial dar und charakterisieren in ihrer Überlagerung die spezielle Harmonik der Komposition. Die Sinustöne übernehmen die Tonhöhen des gezupften Kontrabasses und verlängern diese dadurch. Sie werden zu einer artifiziellen Extension des Instruments, welches fortwährend zu klingen scheint. Als Kontrast wird ab und an eine Stadtaufnahme aus Kairo hörbar, welche dem Kontrabass dichten Verkehrslärm entgegen setzt. PRAIRIE URBAINE besteht aus vier gleich langen Teilen, deren Harmonik sich jeweils spezifisch auf eine der vier Kontrabass-Saiten basiert. Die Partitur der Komposition ist computergeneriert und folgt einem starren Regelwerk. Eine Wahrscheinlichkeitstabelle bestimmt für jedes Element seine Häufigkeit, Lautstärke und die genaue Position seines Auftretens. PRAIRIE URBAINE schafft eine langatmige Klangwelt, die aus immer neuer Perspektive das Gleiche zeigt.

Die Entstehung der Musik wurde ermöglicht durch die Momento Stiftung sowie den Graf Fonds der Zürcher Hochschule der Künste. Die Uraufführung dieses Werks fand im Januar 2013 an der Zürcher Hochschule der Künste statt.

Sjö

Andrea Manzoni - composition, piano, fender rhodes, moog
Marcel Zaes - composition, electronics, programming
Anna Schölß - artwork
Andrej Marffy - cover design
Paolo Martinez - photography
Cyrill Lim - album mixdown
Benoît Piccand - album mastering

Radikale Klangforschung

‘Sjö’ ist ein Duoprojekt zwischen dem Elektro-Composer-Performer Marcel Zaes und dem italienischen Pianisten-Komponisten Andrea Manzoni. Das Duo entwickelte für ihr erstes Album eine musikalische Sprache, die zeitgenössische Electronica mit einer “radikalen Klangforschung” und reduktionalistischen mathematischen Strukturen vermengt. Das Duo zwischen Andrea Manzoni und Marcel Zaes entsteht 2012, als Marcel Zaes als Composer in Residence am Schweizer Institut in Rom weilt. Manzoni und Zaes beginnen mit der Unterstützung des Teatro Stalker in Biella Konzeptions- und Recording-Sessions. Ihre erste Publikation ‘Sjö’ enthält sieben Originalkompositionen von Manzoni-Zaes, an welchen die beiden zwei Jahre gearbeitet haben – ihre Musik ist technisch komplex und erforderte eine grossen Menge Studiozeit. Der Titel ‘Sjö’ heisst auf isländisch ‘7’. Auf Schwedisch heisst das gleiche Wort ‘See’ oder ‘Meer’.

Die Tour von SJÖ wird unterstützt durch die Fondation SUISA, die Ernst Göhner Stiftung, Tonus Music Records sowie Teatro Stalker in Biella (IT)

Cut Low From Above

Anna-Katharina Graf - flutes
Simone Keller - piano
Martin Truninger - bass clarinet (CD)
Ernesto Molinari - bass clarinet (Konzert)
Marcel Zaes - composition, electronics
Anna Schölß - album artwork
Andrej Marffy - cover design
Nelly Rodriguez - photography
Cyrill Lim - album mixdown
Benoît Piccand - album mastering

Atmosphärische “Neue Musik” trifft auf Beats

2013 setzten der Regisseur Adrian Furrer zusammen mit der Schauspielerin Eva Lenherr den Roman ‘Die Wand’ von Marlene Haushofer als theatrale Fassung am Theater am Gleis in Winterthur um. Marcel Zaes wurde eingeladen, für diese Produktion eine Originalmusik zu komponieren, welche live auf der Bühne vom hochkarätigen Ensemble TAG (Ensemble Theater am Gleis) interpretiert wurde. So entstand das kammermusikalische Werk “CUT LOW FROM ABOVE” für Bass-/Alt-/Piccoloflöte, Klavier, Bassklarinette und Elektronik. Die Theatermusik war eng mit dem 90minütigen Monolog ‘Die Wand’ verzahnt und stellte eine fast lückenlose klangliche Atmosphäre her. Ihre Mittel sind Monotonie, Repetition, Variation, Stille und das Fast-Nichts, umgesetzt durch den Klangreichtum des Ensembles TAG Winterthur. Für das Konzert sowie für die CD wurde die Theatermusik zu einer 50minütigen konzertanten Fassung umgearbeitet.

Yellow Neon Letters

Katryn Hasler - baritone violin
Florine Juvet - accordion
Marcel Zaes - composition, electronics
Anna Schölß - artwork
Andrej Marffy - cover design
Cyrill Lim - album mixdown
Benoît Piccand - album mastering

Repetitive Electronica mit live Instrumenten

YELLOW NEON LETTERS ist die zweite CD dieses Trios um den Komponisten Marcel Zaes. Das Vorgängerprojekt “THE LAST PLACE (LEFT)” erschien 2011 bei Tonus Music Records. Mit YELLOW NEON LETTERS führt Marcel Zaes seinen eigenwilligen musikalischen Stil konsequent weiter, der bewusst auf Virtuosität verzichtet und Melodik reduziert. Der Fokus schweift stattdessen gänzlich auf das Innere des Klangs selbst, und auf die durch Primzahlen geformte komplexe Rhythmik. Baritonvioline, Akkordeon und Sinustöne werden allesamt den gleichen elektronischen Prozessen unterzogen und verschmelzen zu einer groovigen, statischen Textur.

Das Trio tourte sowohl mit “THE LAST PLACE (LEFT)” als auch mit “YELLOW NEON LETTERS” durch Europa und spielte unter anderem am iCamp München, am Festival Les Digitales Lausanne, am Kernel Festival Milano, am Festival ReVolt in Rom, am FIMU Belfort oder am PROGR-Fest in Bern.

Die Entstehung dieser CD wurde ermöglicht durch Pro Helvetia, Kultur Stadt Bern, SWISSLOS/Kultur Kanton Bern, Burgergemeinde Bern, Migros-Kulturprozent, Schweizerische Interpretenstiftung, Gemeinde Worb

Releases

  • Wüsten

    TON 045
    Marcel Zaes
    WÜSTEN
    Francesca Benetti
    Georg Glasl
    Katryn Hasler
    Barblina Meierhans
    Sabrina Merz

  • Lel Samar Project - Grain De Ciel

    TON 043
    LEL SAMAR PROJECT
    GRAIN DE CIEL
    Dida
    Marcel Zaes

  • Prairie Urbaine

    TON 047
    Marcel Zaes
    PRAIRIE URBAINE
    Sabrina Merz

  • S j ö

    TON 048
    Andrea Manzoni
    Marcel Zaes
    SJÖ

  • Cut Low From Above

    TON 044
    Marcel Zaes
    CUT LOW FROM ABOVE
    Anna-Katharina Graf
    Simone Keller
    Martin Truninger

  • Yellow Neon Letters

    TON 046
    Marcel Zaes
    YELLOW NEON LETTERS
    Katryn Hasler
    Florine Juvet



Beteiligte

    Festival organisation

  • Marcel Zaes (Bern/Zürich) – composition, electronics marcelzaes.com
  • Anna Schölß (München) - installation, CD artworks annaschoelss.de
  • Lia Sáile (Wien/Köln) - video, photography liasaile.com
  • Musicians

  • Francesca Benetti (Trento/Basel) – theorbo
  • Ensemble TAG Winterthur ensembletag.ch
  • Georg Glasl (München) – discant zither georgglasl.de
  • Anna-Katharina Graf (Zürich) - alto/bass flute, piccolo
  • Dida (Beirut/Lausanne) - voice, riq didaguigan.com
  • Katryn Hasler (Bern) – baritone violin katrynhasler.com
  • Florine Juvet (Lausanne/Granges-Marnand) - accordion
  • Simone Keller (Zürich) - piano simonekeller.ch
  • Lel Samar Project (Beirut/Bern/Kairo) lelsamarproject.com
  • Andrea Manzoni (Paris/Biella) - piano manzoniandrea.com
  • Barblina Meierhans (Zürich/Dresden) – viola barblinameierhans.ch
  • Sabrina Merz (Bern/Lugano) – double bass, violone
  • CD productions

  • Cyrill Lim (Berlin) - album mixdown klang-kunst.ch
  • Paolo Martinez (Biella) - photography paolomartinez.it
  • Björn Meyer/Greencube (Bern) - album mixdown
  • Benoît Piccand (Bern) - album mastering
  • Nelly Rodriguez (Zürich) - photography nellyrodriguez.ch
  • Label

  • Don Li / Orbital Garden (Bern) orbitalgarden.com
  • Tonus Music Records (Bern) tonus-music-records.com
  • Web design

  • Beat Vollenwyder (Bern)
  • Text translations

  • Erich Petricevic (Stuttgart)